Das Kompassmodell ist ein Reformvorschlag für die deutsche Regionalliga: Statt fünf Staffeln mit vier Aufstiegsplätzen soll es vier geografisch geschnittene Staffeln geben, deren Meister alle direkt in die 3. Liga aufsteigen. Fanszenen fordern das Modell seit Monaten, der DFB verhandelt es auf einem Außerordentlichen Bundestag. Die Entscheidung ist für den 18. Dezember angesetzt.
Wer in der Regionalliga Meister wird und trotzdem in der Liga bleibt, kennt dieses Gefühl: auf dem Platz alles geholt, am grünen Tisch nichts. Genau an dieser Stelle treffen das Kompassmodell des DFB und der Fanprotest in der Regionalliga aufeinander. Dieser Text sortiert, was im Modell steht, wer darüber abstimmt und was eine Kurve in den Wochen vor der Abstimmung bewegt.
Was ist das Kompassmodell des DFB?
Vier Staffeln statt fünf, geschnitten nach Himmelsrichtungen: Nord, Ost, Süd, West. So sieht es das Kompassmodell vor, dazu vier feste Aufstiegsplätze in die 3. Liga. Jeder Staffelsieger steigt direkt auf, die Relegation zwischen zwei Meistern entfällt. Die Staffelgrenzen verlaufen quer über die Gebiete der Landesverbände.
Fünf Staffeln, vier Aufstiegsplätze: Diese Rechnung kennt jeder, der in der Regionalliga zu Hause ist. Ein Meister wird im Mai gefeiert und erfährt danach, ob sein Titel in dieser Saison direkt zählt oder ob er in zwei Relegationsspielen noch einmal alles riskiert. Das Kompassmodell streicht diesen Zwischenschritt und macht aus vier Staffelsiegern vier Aufsteiger.
| Merkmal | Heutige Regelung | Kompassmodell |
|---|---|---|
| Staffeln | fünf: Nord, Nordost, West, Südwest, Bayern | vier: Nord, Ost, Süd, West |
| Aufstiegsplätze | vier Plätze für fünf Meister | vier Plätze für vier Meister |
| Relegation | zwei Meister spielen um den letzten Platz | entfällt |
| Zuschnitt | an Verbandsgebieten gewachsen | nach Himmelsrichtungen gezogen |
| Planbarkeit | Verteilung rotiert von Saison zu Saison | in jeder Saison identisch |
Die Verteilung der vier Aufstiegsplätze regelt der DFB bislang über einen rotierenden Schlüssel. Wessen Meister in welchem Jahr direkt aufsteigt, steht damit vor dem ersten Spieltag fest, hat mit der Leistung der Staffel aber nichts zu tun.
Warum fordern die Fanszenen, dass Meister aufsteigen müssen?
Fanszenen in allen fünf Staffeln argumentieren sportlich: Eine Liga, in der der Tabellenerste sitzen bleibt, entwertet ihre eigene Saison. Auf den Spruchbändern steht deshalb „Meister müssen aufsteigen“, nicht irgendeine Verbandsformel. Der Vorwurf dahinter ist klar: Strukturpolitik hebelt aus, was auf dem Platz entschieden wurde.
Stell dir vor, deine Elf holt eine ganze Saison lang Punkte, feiert den Titel im eigenen Stadion und fliegt zwei Wochen später in der Relegation raus, weil der Schlüssel in diesem Jahr gegen die eigene Staffel läuft. Genau diese Erfahrung treibt die Debatte an, von der Kurve bis in die Mitgliederversammlungen. Wer die Forderung über das Heimspiel hinaus sichtbar hält, klebt sie an Laternenmasten, Laptopdeckel und Auswärtsbusse, und dafür gibt es bei uns Fußball Aufkleber für Vereine von der Bundesliga bis in die Regionalliga.
Die Forderung der Szenen besteht aus drei Punkten:
- Jeder Staffelmeister steigt direkt auf, ohne Relegation und ohne Rotation.
- Die Staffeln werden nach Fahrtwegen und Himmelsrichtung geschnitten, nicht nach Verbandspolitik.
- Die Aufstiegsregel steht vor dem ersten Spieltag fest und gilt für alle Staffeln gleich.
Wie entscheidet der DFB über die Regionalliga-Reform?
Entschieden wird nicht in der Kurve, sondern auf einem Außerordentlichen Bundestag des DFB, angesetzt auf den 18. Dezember. Dort stimmen die Delegierten der Landes- und Regionalverbände sowie der DFL ab. Eine Satzungs- und Spielordnungsänderung braucht die Mehrheit dieser Delegierten, nicht die Zustimmung einzelner Vereine.
Für eine Fangruppe heißt das: Der Hebel liegt beim eigenen Landesverband und beim eigenen Verein, denn dort entstehen die Positionen, die später im Saal abgestimmt werden. Wer im Dezember erst anfängt, hat den Zug verpasst.
- Der Reformvorschlag wird in den Gremien des DFB und mit den Landesverbänden vorberaten.
- Die Verbände legen ihre Position fest und bestimmen ihre Delegierten.
- Der Außerordentliche Bundestag stimmt über die Änderung der Spielordnung ab.
- Eine beschlossene Reform greift frühestens zu der Spielzeit, für die der Spielbetrieb neu eingeteilt wird.
So wird aus Stimmung im Block echter Druck
Druck entsteht nicht am Abstimmungstag, sondern in den Wochen davor. Wirksam sind Spruchbänder im Heimspiel, abgestimmte Aktionen über mehrere Standorte, offene Briefe an den eigenen Landesverband und Pressearbeit über Fanmedien. Je sichtbarer die Forderung in allen fünf Staffeln gleichzeitig steht, desto schwerer lässt sie sich am grünen Tisch übergehen.
Eine Kurve hat keine Delegiertenstimme, aber sie hat Reichweite, und die kostet wenig. Ein Spruchband hängt 90 Minuten, ein Aufkleber am Ortseingangsschild oder an der Bustür hängt Monate und erreicht Leute, die nie im Block stehen. Unser Sortiment reicht von der Bundesliga bis in die Regionalliga, also über vier Ligaebenen, und ein Verein kommt bei uns erst ins Regal, wenn wir ein Produkt für ihn haben. Gruppen, die ihr eigenes Zeichen setzen wollen, finden die passende Basis bei den Ultra Sticker.
Checkliste für die Wochen vor der Abstimmung:
- Spruchband im Heimspiel aufziehen, lesbar formuliert und ohne Beleidigung, damit das Bild in die Berichterstattung geht.
- Termin mit anderen Gruppen absprechen, damit die Forderung an einem Spieltag in möglichst vielen Stadien hängt.
- Offenen Brief an den eigenen Landesverband schicken, mit Name der Gruppe, klarer Forderung und Frist für eine Antwort.
- Mitgliederversammlung des eigenen Vereins nutzen und eine Position zum Kompassmodell einfordern.
- Sticker und Flyer im Umfeld verteilen, damit die Debatte zwischen den Spieltagen weiterläuft.
Welche Einwände gibt es gegen das Kompassmodell?
Gegenwind kommt aus den Verbänden, die mit einem neuen Zuschnitt ihre eigene Staffel oder ihren Einfluss verlieren. Ihre Argumente lauten: gewachsene Strukturen, längere Auswärtsfahrten für einzelne Vereine, Planungsaufwand an der Grenze zwischen Oberliga und Regionalliga. Ohne Mehrheit in diesen Verbänden kommt keine Reform durch den Bundestag.
Unter den Einwänden steckt ein ehrlicher Kern und eine Menge Besitzstand. Der ehrliche Kern: Ein Verein am Rand einer neuen Staffel fährt künftig weiter, und das trifft Amateurmannschaften mit Kleinbus und Freitagsschicht. Der Besitzstand: Wer eine eigene Staffel verwaltet, verliert mit ihr Sitze, Aufgaben und Gewicht im Verband. Beides gehört getrennt diskutiert, sonst redet man aneinander vorbei.
| Einwand aus den Verbänden | Antwort aus den Kurven |
|---|---|
| Gewachsene Staffeln gehen verloren | Die sportliche Logik wiegt schwerer als eine Verbandsgrenze |
| Einzelne Vereine fahren weiter | Vier Staffeln lassen sich nach Fahrtwegen schneiden |
| Mehr direkte Aufsteiger belasten die 3. Liga | Die 3. Liga bleibt bei 20 Vereinen, nur die Herkunft der Aufsteiger ändert sich |
| Der Umbau kostet eine Übergangssaison | Eine Übergangssaison fällt einmal an, die Relegation wiederholt sich jedes Jahr |
Was vom Kompassmodell für die Kurven bleibt
Am Ende steht eine einfache Frage: Soll der Erste einer Liga aufsteigen oder nicht. Das Kompassmodell beantwortet sie mit vier Staffeln und vier direkten Aufsteigern, die Gegenseite verteidigt gewachsene Verbandsgrenzen. Entschieden wird im Dezember, sichtbar gemacht wird die Forderung bis dahin in den Kurven.
Wir sortieren unser Vereinssortiment einmal pro Saison neu, weil Auf- und Abstiege die Nachfrage in der Fanszene verschieben. Eine Reform, die jedem Meister den direkten Weg öffnet, verändert diese Bewegung nach oben spürbar und macht aus einer Regionalliga-Saison wieder eine Saison mit klarem Ziel. Bis zur Abstimmung gilt, was in der Kurve immer gilt: laut bleiben, sichtbar bleiben, dranbleiben.
Häufige Fragen
Was kostet einem Regionalligisten der Aufstieg in die 3. Liga?
Der Aufstieg in die 3. Liga kostet jeden Verein zuerst Infrastruktur. Das Zulassungsverfahren des DFB verlangt unter anderem ein zugelassenes Stadion mit Flutlicht, Rasenheizung und getrennten Zuschauerbereichen, dazu kommen Profiverträge, Nachwuchsarbeit und Verwaltung. Vereine ohne passendes Stadion müssen umbauen oder in eine andere Spielstätte ausweichen.
Wie viele Vereine spielen aktuell in der Regionalliga?
Die Regionalliga umfasst fünf Staffeln: Nord, Nordost, West, Südwest und Bayern. Nach der Staffeleinteilung des DFB spielen je Staffel zwischen 18 und 20 Mannschaften, zusammen rund 90 Vereine von Flensburg bis ins Allgäu. Zweitvertretungen von Profiklubs belegen in mehreren Staffeln einen Teil dieser Plätze.
Was ändert sich durch das Kompassmodell bei Auswärtsfahrten?
Auswärtsfahrten richten sich im Kompassmodell nach Himmelsrichtung statt nach Verbandsgrenze. Für viele Vereine bedeutet das kürzere Wege innerhalb der eigenen Region, für Klubs am Rand einer neuen Staffel längere. Wie stark sich die Fahrtwege verschieben, hängt am konkreten Zuschnitt der vier Staffeln, der erst nach einem Beschluss festgelegt wird.
Was passiert, wenn der DFB-Bundestag das Kompassmodell ablehnt?
Eine Ablehnung hält die heutige Aufstiegsregelung in Kraft: fünf Staffeln, vier Aufstiegsplätze, Relegation für zwei Meister. Die Reformdebatte landet dann erneut in den Ausschüssen des DFB und bei den Landesverbänden, und die Fanszenen tragen ihre Forderung in die nächste Saison. Ein neuer Beschluss braucht einen neuen Bundestag.


